Pöllauer Hirschbirne ©TV Naturpark Pöllauer Tal/Michael Fischer

Steckbrief Pöllauer Hirschbirne g.U.

Diese Birne ist eine alte steirische Sorte, deren Name auf das Wort Herbst ("Hiascht") zurückzuführen ist, da sie Mitte Oktober geerntet werden kann.

Pöllauer Hirschbirnbäume wurden und werden in Streuobstwiesen und Baumreihen gepflanzt und müssen nicht in Plantagen stehen.

Die Bäume wachsen bis zu 16m hoch in den Himmel.

Die Blüte entfaltet sich Anfang Mai schneeweiß mit karminroten Staubblättern. Die Blätter des Baumes sind unterseits stark und weich behaart.

Mitte Oktober bis Anfang November sind die Früchte reif und können vom Baum geschüttelt und einfach aufgeklaubt werden.

Die Pöllauer Hirschbirne hat eine rundliche Form und einen unbeschreiblich guten Geschmack.

Die richtige Wahl des Erntezeitpunktes ist entscheidend: erntet man zu früh, fehlt Zucker und der Saft schmeckt "rebig", erntet man zu spät fehlen Gerbstoffe und der Saft "klärt" nicht.

Die Pöllauer Hirschbirne stammt von der Schneebirne (Pyrus nivalis) ab, einen Birnenart, die in der Steiermark als ausgestorben gilt.

Sie wächst in einer Höhenlage zwischen 350 und 800m.

Hirschbirnbäume werden bis zu 200 Jahre alt.

Die Pöllauer Hirschbirne ist gesund: Chemische Vollanalysen der Inhaltsstoffe ergaben, dass die Hirschbirne aufgrund ihres hohen Polyphenolanteils (Gerbstoffe) vorbeugend gegen Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Krebs wirken kann. Zudem kann der hohe Ballaststoffanteil der Hirschbirne (entspricht dem von Weizen-Vollkornmehl) viele Zivilisationskrankheiten (z.B. Verstopfungen u.a.m.) vermeiden helfen.

(aus: Möslinger, M., Wilfling, A. & Komposch, H. (2009): Die Hirschbirne. Wissenschaftliche Grundlage zur Beantragung einer geschützten Ursprungsbezeichnung (g.U.) für die "Pöllauer Hirschbirne" sowie Basis für einen nationalen Know-How-Transfer im Bereich Herkunftsschutz. Endbericht. - Unveröffentlichte Studie im Auftrag der GRM GenussRegionen Marketing GmbH, 242 pp., Fotos: OIKOS)